Hornissen

Europäische Hornisse

Ab Mai hat man die Gelegenheit eine Königin einer Europäischen Hornisse (wissenschaftlicher Name: Vespa crabro) bei der Nestgründung zu entdecken. Fehlen natürliche Nistgelegenheiten in dicken, hohlen Bäumen, werden ersatzweise Hohlräume in Rollladenkästen, Garten- und Spielhäuschen, auf Dachböden, hinter Verschalungen in Vogelnistkästen oder sogar in Briefkästen bezogen. Die meisten Nestgründungen verlaufen aber nicht erfolgreich und es entwickelt sich kein Volk. Die Königin beginnt mit dem Bau kleiner Waben. Wenn alles für sie gut läuft, schlüpfen nach etwa vier Wochen die ersten Arbeiterinnen. Trotz ihrer Größe und des tiefen Brummtons ist die europäische Hornisse eher zurückhaltend.

An nicht tolerierbaren Standorten besteht manchmal die Möglichkeit, die Hornissenkönigin samt kleinem Nest umzusiedeln. Das sollte möglichst in einem Zeitfenster zwischen Juni und Mitte Juli erfolgen. Auch bei anderen Wespenarten ist das möglich. Besser ist es, die Ansiedlung an ungünstigen Standorten von vornherein zu verhindern. So helfen sogenannte Stoßfugenlüfter im Klinkermauerwerk, dass hier ein Wespenvolk einziehen kann. Mögliche Bauschäden lassen sich so vermeiden. Keinesfalls dürfen die Nester der unter dem besonderen Artenschutz des Bundesnaturschutzgesetzes stehenden Tiere mit Insektiziden oder gar Feuer bekämpft werden. Unabhängig von der Gesetzeslage ist das auch für den Menschen gefährlich. Nehmen Sie daher Kontakt zum Umweltamt auf.
Die Europäische Hornisse ist auch nachtaktiv und fühlt sich von Licht magisch angezogen. Verfliegt sich ein Tier in die beleuchtete Wohnung, einfach das Zimmerlicht löschen und das Fenster weit öffnen. Die Hornisse fliegt eigenständig wieder ins Freie.

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Asiatische Hornissen

Urheber: Gero Koch

Die kleinere Schwester der der europäischen Hornisse ist die Asiatische Hornisse (Vespa velutina var. nigrithorax) ist schon ab April im Nestbau aktiv. Mit schwarzer, samtartiger Grundfärbung ist sie aus der Nähe gut an den gelben Füßen zu erkennen. Beheimatet im tropischen Süd- und Südostasien ist sie 2004 erstmalig in Frankreich aufgetaucht. Genau 20 Jahre später konnte in Bielefeld das erste Nest hoch im Baum von einem aufmerksamen Imker entdeckt werden.

Sie baut die Waben meist in Bodennähe bis ca. 2 Meter an geschützten und ungestörten Orten wie Hecken, Schuppen, Gartenhäuschen und Dachvorsprüngen. Diese Nester nennt man Primärnester. Meist Ende Juli, wenn die Kolonie groß und stark ist, verlassen die Arbeiterinnen das primäre Nest, um ein zweites Nest zu bauen, am selben Ort oder gerne auch in der Krone hoher Bäumen. Durch das dichte Laub bleiben diese Nester oft unentdeckt, auch wenn sie sehr oft auffällig groß sind. Im Gegensatz zu der Europäischen Hornisse hat das Nest eine birnenförmige Form und einen seitlichen Eingang.

Die Asiatische Riesenhornisse (Vespa mandarinia) und die Unterart Japanische Riesenhornisse (Vespa mandarinia japonica) beschränken sich bisher auf ihre Heimat in Südostasien, wurden auch in den USA gesichtet. Die Königin ist mit 5,5 cm deutlich stattlicher als die europäische Hornisse.

Die Asiatische Hornisse ist wie die Europäische Hornisse defensiv. Sie entwickelt aber im Bereich ihrer Sekundärnester eine große Verteidigungsbereitschaft und kann dann auf mehrere tausend Arbeiterinnen zurückgreifen. Daher ist unbedingt Abstand zu halten. Eine Beseitigung der Nester durch das Umweltamt ist nur in Einzelfällen unter Berücksichtigung der Verhältnismäßigkeit und der Kosten geboten. 

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