Sozial- und Kriminalpräventiver Rat der Stadt Bielefeld (SKPR)
Der Sozial- und Kriminalpräventive Rat (SKPR) der Stadt Bielefeld arbeitet seit 1995 daran, Gewalt und Kriminalität in Bielefeld zu reduzieren. Im Gegensatz zu anderen kriminalpräventiven Räten setzt sich der SKPR nicht nur mit der Verhütung von Straftaten auseinander, sondern widmet sich auch dem sozialen Miteinander der Bielefelder*Innen und Bielefelder. Sozial- und Kriminalprävention wird beispielsweise erreicht durch Aufklärung, Schulungen, Kampagnen, soziale Interventionen und Maßnahmen, die die Lebensbedingungen verbessern.
Im Zusammenschluss der Stadt Bielefeld, der Polizei Bielefeld und der Universität Bielefeld wirkt der SKPR auf strategischer Ebene, behält lokale Gegebenheiten im Blick, bündelt Prozesse, stellt präventive Netzwerkstrukturen her und legt Handlungsschwerpunkte fest.
Diese werden in verschiedenen Arbeitsgruppen gemeinsam mit weiteren Akteur*innen bearbeitet. Das können Themen wie Präventionsarbeit im Nachtleben sein, Gewalt im Sport, Präventionsstrategien von und für Bielefelder Schulen und viele andere. Projekte werden initiiert, auf ihre Wirksamkeit hin überprüft, bei Bedarf angepasst und nach Möglichkeit verstetigt. Ein Beispiel dafür ist der Verein stadtklar e. V., der vom SKPR in Zusammenarbeit mit dem Einzelhandelsverband Ostwestfalen-Lippe e. V. (EHV) initiiert wurde und bis heute illegale Farbschmierereien beseitigt oder zu Themen rund um Graffiti berät.
Außerdem ist der SKPR in anderen Netzwerken und an Runden Tischen vertreten, z. B. am Runden Tisch Gewalt gegen Frauen oder im Beirat des Fanprojekts des DSC Arminia Bielefeld.
Neben dem Expertenwissen der beteiligten Akteure bilden u. a. die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) sowie der Lebenslagenbericht der Stadt Bielefeld eine systematische Grundlage für präventive Anknüpfungspunkte.
Die AG Stadtbildpflege trifft sich je nach Bedarf in verschiedenen ortsspezifischen Gruppen.
Wenn Bielefelder*innen sich unsicher oder unwohl fühlen, lädt der SKPR zu Begehungen ein, um vor Ort mögliche Maßnahmen und Ideen aufzunehmen. Das können eine bessere Beleuchtung oder kleinere Änderungen an Gebäuden sein, die das Sicherheitsgefühl verbessern und Kriminalität verhindern. Auch soziale Probleme, die im öffentlichen Raum sichtbar werden, können in den Begehungen thematisiert werden.
Fester Bestandteil der AG Stadtbildpflege ist der durch den SKPR und den Einzelhandelsverband Ostwestfalen-Lippe e.V. (EHV) initiierte Verein Stadtklar e.V. Der Verein beseitigt illegale Farbschmierereien und steht Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite. Darüber hinaus setzt er sich für legale Möglichkeiten und Projekte für Graffitikünstler*innen ein.
In den letzten Jahren ist noch deutlicher geworden, dass Kinder und Jugendliche vor großen sozialen Herausforderungen stehen - bedingt durch veränderte Anforderungen und gesellschaftliche Entwicklungen. Gleichzeitig steigt die Jugendkriminalität laut polizeilicher Kriminalstatistik. Umso wichtiger ist es, frühzeitig präventiv zu handeln, positive Selbstwirksamkeit und Zukunftsperspektiven zu fördern, gezielte Aufklärungsarbeit zu leisten und spezielle Trainings anzubieten.
Gemeinsam mit verschiedenen Partner*innen im schulischen Umfeld arbeitet der SKPR strategisch an ganzheitlichen Präventionsstrategien. Dazu werden z. B. die unterschiedlichen Angebote systematisiert und für Schulen in einer Übersicht zusammengestellt.
Ein wichtiger Baustein ist der neue "Leitfaden zum Umgang mit Konsum, Missbrauch und Abhängigkeit für Bielefelder Schulen", der 2024 in Zusammenarbeit mit der Drogenberatung, der Polizei Bielefeld und anderen Kooperationspartner*innen entwickelt wurde. Er gibt Schulen Handlungssicherheit im angemessenen Umgang mit Sucht- und Drogenthemen. Der Leitfaden wird regelmäßig aktualisiert und steht den Schulen digital zur Verfügung.
Um die Sicherheit beim Ausgehen am Wochenende zu verbessern und dabei Akteure aus dem Nachtleben einzubinden, hat der SKPR die Arbeitsgruppe „Nachtleben" ins Leben gerufen. In dieser Gruppe sind neben der Polizei Bielefeld auch verschiedene Ämter der Stadtverwaltung, moBiel, soziale Träger sowie viele Clubbetreiber*innen und ein Sicherheitsdienstleister vertreten. Gemeinsam arbeiten alle Beteiligten daran, das Ausgehen in Bielefeld so sicher und angstfrei wie möglich zu gestalten.
Die AG Nachtleben hat sich folgende Ziele gesetzt:
- auf Gefahren im Nachtleben aufmerksam machen
- Veränderungen im Nachtleben wahrnehmen, kommunizieren und Lösungsideen entwickeln
- Gewalt und Risiken im Nachtleben entgegentreten (Belästigungen, unsichere Nachhausewege, K.O.-Tropen, etc.)
- eine Kultur des Hinschauens und der Zivilcourage fördern
- kurzum: dazu beitragen, dass sich alle möglichst sicher fühlen können.
Durch die Einbindung der Clubs soll eine Partykultur entstehen, in der Hilfe leicht zugänglich ist. Die Arbeitsgruppe entwickelt Maßnahmen, um das Suchen nach Hilfe im Nachtleben zu erleichtern und auch über die Clubs hinaus für mehr Zivilcourage zu werben. Sie arbeitet auch daran, den Nachhauseweg sicherer zu machen, z. B. indem Anpassungen im ÖPNV geprüft oder Informationen über sichere Transportmöglichkeiten verbreitet werden. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Schutz von Frauen, da sie häufiger von Belästigungen und sexuellen Übergriffen betroffen sind.