Defibrillatoren in Bielefeld melden
Im Ernstfall zählt jede Sekunde: Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand kann der schnelle Einsatz eines Defibrillators Leben retten. Leider sind viele der in Bielefeld vorhandenen Geräte bisher nicht offiziell erfasst – die Rettungsleitstelle weiß oft gar nicht, wo sich ein Automatischer Externer Defibrillator (AED) in der Nähe eines Notfalls befindet.
Die Bielefelder Berufsfeuerwehr möchte gemeinsam mit den Bielefelderinnen und Bielefeldern eine möglichst vollständige Karte aller AED-Standorte in der Stadt schaffen. Tragen Sie einfach den Standort eines Ihnen bekannten Geräts in die Karte ein – ob am Arbeitsplatz, im Vereinsheim, im Supermarkt oder in der Nachbarschaft.
So können die Angaben zu vorhandenen AED im Notfall künftig auch von der Rettungsleistelle verwendet werden, um z.B. Ersthelfende im Rahmen der Notrufabfrage auf einen in der Nähe befindlichen AED hinzuweisen. Ergänzend dazu besteht die Möglichkeit im Rahmen der Alarmierung von Mobilen Rettern, die bei bestimmten Einsatzstichworten als Ergänzung zum Rettungsdienst alarmiert werden, zielgerichtet AED an eine Einsatzstelle zu bringen.
Wie kann ich einen AED-Standort melden?
Das ist über eine Online-Karte möglich:
Defi-Melder
Nach einem Klick auf den Button „Meldung abgeben“ kann ein Standort auf der Karte markiert werden. Anschließend benötigen wir noch Informationen zum Gerät. Hilfreich sind insbesondere folgende Angaben:
- möglichst genaue Adresse,
- Standort innerhalb oder außerhalb eines Gebäudes,
- Zugänglichkeit und Öffnungszeiten, wenn bekannt
- und gerne ein Foto des Standortes oder des Gerätes.
AED steht für „Automatisierter Externer Defibrillator“. Das Gerät kann bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand auch von Personen ohne medizinische Ausbildung eingesetzt werden.
Der AED analysiert selbstständig den Herzrhythmus der betroffenen Person. Erkennt das Gerät einen Rhythmus, bei dem eine Defibrillation erforderlich ist, fordert es die helfende Person dazu auf, einen Stromstoß auszulösen. Durch verständliche Sprach- und Bildanweisungen führt der Defibrillator (kurz: Defi) Schritt für Schritt durch die Anwendung.
Ein Stromstoß wird nur dann empfohlen, wenn das Gerät einen entsprechenden Herzrhythmus erkannt hat.
Wichtig: Der Einsatz eines AED ersetzt nicht die Wiederbelebung. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand muss sofort der Notruf 112 gewählt und mit der Herzdruckmassage begonnen werden. Die Rettungsleitstelle wird bei einer Reanimation auch eine telefonische Anleitung durchführen (Telefonreanimation), um Ersthelfende zu unterstützen.
Der Einsatz eines AED soll nicht zu Verzögerungen des Beginns mit der Herzdruckmassage führen, die bei einer Reanimation die wichtigste aller Maßnahmen darstellt. Er ist immer als eine wichtige und sinnvolle Ergänzung der lebensrettenden Basismaßnahmen zu sehen.
Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Je schneller mit der Wiederbelebung begonnen und bei Bedarf ein AED eingesetzt wird, desto größer können die Überlebenschancen der betroffenen Person sein.
Viele AED befinden sich in Unternehmen, Sportstätten, Geschäften, öffentlichen Einrichtungen oder Vereinsgebäuden. Jedoch ist es zentral nicht erfasst, wo genau das Gerät angebracht ist und wann es erreicht werden kann.
Durch Ihre Meldung helfen Sie dabei, eine möglichst vollständige und verlässliche Übersicht der AED -Standorte in Bielefeld aufzubauen.
Es gibt bereits verschiedene überregionale Internetseiten und Apps, beispielsweise „Mapa AED“ oder „ASB schockt“, in denen AED-Standorte eingetragen werden können. Dort ist bislang jedoch nur ein Teil der tatsächlich in Bielefeld vorhandenen Geräte verzeichnet.
Nach bisherigen Einschätzungen gibt es im Stadtgebiet deutlich mehr AED als derzeit öffentlich erfasst sind. Eine vollständige und regelmäßig überprüfte Übersicht fehlt daher bislang. Das soll mit dieser Aktion geändert werden.
Die geprüften Standortinformationen werden in eine Karte der bekannten AED-Standorte in Bielefeld übernommen.
Die Übersicht soll dabei helfen,
- verfügbare Defis im Notfall schneller aufzufinden,
- mobile Ersthelferinnen und Ersthelfer bei ihrer Tätigkeit zu unterstützen,
- die Rettungsleitstelle mit verlässlichen Standortinformationen zu versorgen,
- Versorgungslücken im Stadtgebiet zu erkennen und
- zusätzliche Defi-Standorte gezielt zu planen.
Defi-Standorte können sich verändern. Geräte werden möglicherweise versetzt oder entfernt, Gebäude ändern ihre Öffnungszeiten oder ein AED ist vorübergehend nicht einsatzbereit.
Deshalb sollen die eingetragenen Informationen regelmäßig überprüft und aktualisiert werden. Auch Bürgerinnen und Bürger sowie die verantwortlichen Einrichtungen können Änderungen oder Fehler über die Meldeseite mitteilen.
Für die Funktionsfähigkeit, Wartung und Kontrolle eines AED ist grundsätzlich die Eigentümerin beziehungsweise der Eigentümer oder die betreibende Einrichtung verantwortlich.
Die Aufnahme in die Karte ersetzt keine Wartung oder technische Überprüfung des Gerätes. Verantwortliche sollten insbesondere auf das Ablaufdatum der Elektroden und der Batterie sowie auf die regelmäßigen Statusanzeigen des Defis achten.
Die Meldeseite dient zunächst dazu, bereits vorhandene AED zu erfassen.
Durch die Übersicht sollen jedoch auch Bereiche erkannt werden, in denen bislang keine oder nur wenige Geräte verfügbar sind. Insbesondere dort, wo es in der Vergangenheit häufiger zu Reanimationen gekommen ist, können zusätzliche Standorte geprüft werden.
Der Förderverein Notfallmedizin Bielefeld e. V. setzt sich dafür ein, die Ausstattung mit öffentlich zugänglichen Defis weiter zu verbessern. Ein Anspruch auf die Bereitstellung eines Gerätes entsteht durch eine Meldung jedoch nicht.
Die Aktion ist ein gemeinsames Projekt der Berufsfeuerwehr Bielefeld sowie des Fördervereins Notfallmedizin Bielefeld e. V.
Gemeinsames Ziel ist es, die vorhandenen AED in Bielefeld besser auffindbar zu machen und die Versorgung bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand weiter zu verbessern.
Ein AED ist so entwickelt, dass ihn auch Personen ohne medizinische Vorkenntnisse sicher einsetzen können. Nach dem Einschalten gibt das Gerät klare Sprach- und Bildanweisungen, die Schritt für Schritt durch den gesamten Ablauf führen.
Zur Anwendung wird der Oberkörper der betroffenen Person freigemacht und die Elektroden wie auf den Abbildungen auf den Pads gezeigt aufgeklebt. Anschließend analysiert der AED automatisch den Herzrhythmus. Ist ein Defibrillationsschock erforderlich, fordert das Gerät dazu auf, den Schockknopf zu drücken – bei manchen Modellen erfolgt der Schock sogar automatisch. Während der Analyse und der Schockabgabe darf niemand die betroffene Person berühren. Danach leitet der AED zur sofortigen Fortsetzung der Herz-Lungen-Wiederbelebung an und unterstützt den Helfer bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.
Dank der automatischen Analyse und der eindeutigen Anweisungen kann ein AED schnell, sicher und effektiv eingesetzt werden und die Überlebenschancen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand deutlich erhöhen.
Der Einsatz eines AED ersetzt die Herzdruckmassage nicht – sie muss während der Wiederbelebung konsequent fortgeführt und nur für unvermeidbare, möglichst kurze Zeit unterbrochen werden (z.B., wenn der AED den Rhythmus analysiert oder der Schock abgegeben wird).